Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hoch ansteckende, für Haus-
und Wildschweine fast immer tödliche Virusinfektion von der Haus- und
Wildschweine betroffen sind. In Deutschland wurde sie erstmals 2020 bei Wildschweinen nachgewiesen. Für den Menschen oder andere Tierarten außer Schweinen ist das Virus ungefährlich. Sogar der Verzehr von kontaminiertem Fleisch ist unbedenklich. Der Erreger wird entweder über den direkten Kontakt infizierter Tiere übertragen oder durch Verzehr von verseuchten Essensresten, die von Menschen weggeworfen und von Wild- oder Hausschweinen gefressen werden. Tiere in unseren Nachbarkreisen, wie dem
Hochsauerlandkreis sind bereits davon betroffen. Dort wurden Sperrzonen
und ein verstärktes Monitoring zur Bekämpfung eingeführt. Im Kreis Soest
gab es bisher noch keine Ausbrüche. Die Fraktionen und CDU und SPD im
Soester Kreistag haben in der letzten Kreistagssitzung einen Antrag
eingebracht und entschieden, dass der Kreis Soest proaktiv eine
Abschussprämie von 40€ je erlegten Wildschein für das Jagdjahr 2026
einführt.
Aus Sicht der Grünen-Fraktion greift die vorgeschlagene Abschussprämie zu kurz. Frühere Ausbrüche der ASP wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit durch menschliches Verhalten verbreitet. Eine stärkere Bejagung allein bietet daher keine verlässliche Antwort auf die Ausbreitungsrisiken.
Wir stellen uns hinter die wertvolle Arbeit der Jägerinnen und Jäger, die aus - Verantwortungsbewusstsein gegenüber Natur und Tierbestand handeln und seit Jahren konsequente gegen den Bestandsdruck durch ausbleibende Winter und Mastjahre Schwarzwild bejagen.
Kritisch sehen wir jedoch die Zuständigkeitsfrage. Eine nachhaltige Reduzierung der Schwarzwildbestände erfordert ein koordiniertes Vorgehen über Kreisgrenzen hinaus. Statt Einzelmaßnahmen auf Kreisebene erwarten wir, dass sich die Kreisverwaltung beim Land für mehr Maßnahmen und Koordination einsetzt.
„Wer ernsthaft Seuchenprävention betreiben will, braucht ein abgestimmtes Vorgehen auf Landesebene keine Einzelaktionen im Kreis“, so Annette von dem Bottlenberg. „Die Verantwortung liegt klar beim Land Nordrhein-Westfalen. Ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen hilft niemandem.“
Ein Problem durch eine Abschussprämie sieht die Fraktion darin, dass allenfalls Mitnahmeeffekte entstehen könnten, die aber nicht zu einer wesentlichen Reduzierung der Bestände führen. Bereits derzeit bestehen Anreize durch Rechte und Pflichten aus dem Pachtrecht, die Bestände an Schwarzwild kurz zu halten. Die Vermarktung des Fleisches ist ebenfalls weiterhin möglich.
Eine Prämienzahlung auf Kreisebene belastet den Haushalt des Kreises direkt durch die Auszahlung der Prämie sowie auch indirekt durch einen erhöhten Verwaltungsaufwand. Angesichts ihres nicht zielführenden Charakters lehnen wir diese Maßnahme ab.
Auch das Verfahren wirft Fragen auf: Der Antrag wurde von CDU und SPD als Dringlichkeitsantrag eingebracht, ohne Beratung in den zuständigen Ausschüssen. Dabei besteht kein Zeitdruck, da die Bejagung ganzjährig möglich ist.