Wir Grüne setzen schon seit vielen Jahren für die Schaffung eines zweiten Frauenhauses im Kreis ein. Nun kommt auf unsere Initiative wieder Bewegung in dieses wichtige Anliegen: Der Sozialdienst katholischer Frauen e. V. (SkF) in Lippstadt steht als erfahrener und geeigneter Träger für ein Frauenhaus zur Verfügung. Anfang März 2026 wurde durch den SkF ein entsprechender Förderantrag beim Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI) eingereicht.
Wir GRÜNE fordern gemeinsam mit den anderen demokratischen Fraktionen von CDU, SPD, FDP, BG und Linken die Kreisverwaltung und den Landrat auf sich auf Landesebene bei den zuständigen Ministerien des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bereitstellung von Fördermitteln zur Errichtung und zum Betrieb eines Frauenhauses in Lippstadt einzusetzen.
Konkret fordern wir:
1. Regelmäßige Bericht über den aktuellen Stand des Förderantrags sowie der Planungen regelmäßig im zuständigen Fachausschuss
2. Der Sozialdienst katholischer Frauen e. V. (SkF) in Lippstadt als potentieller Träger soll aktiv begleitet werden,
3. Mögliche ergänzende Finanzierungsanteile auf kommunaler Ebene sollen geprüft und dargestellt werden
4. Gemeinsam mit der Stadt Lippstadt und weiteren relevanten Akteuren soll ein tragfähiges Gesamtkonzept (u.a. Standort, Kapazitäten,) entwickelt werden
Sowohl durch Beschlüsse der Stadt Lippstadt als auch in Beratungen des zuständigen Fachausschusses des Kreises Soest wurde fraktionsübergreifend die Notwendigkeit eines weiteren Frauenhauses im Kreisgebiet deutlich herausgestellt. Der bestehende Bedarf an Schutzplätzen für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder kann derzeit nicht ausreichend gedeckt werden. Auch in den Kommunalwahlprogrammen 2025–2030 der im Kreistag vertretenen demokratischen Parteien findet sich übereinstimmend die Zielsetzung, die Hilfestrukturen für von häuslicher Gewalbetroffene Frauen auszubauen. Dies unterstreicht den breiten politischen Konsens und den dringenden Handlungsbedarf.
Auf einer öffentlichen Veranstaltung von ver.di am 05.09.2025 haben zudem alle Landratskandidaten der demokratischen Parteien (CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP) die hohe Priorität dieses Vorhabens betont. Damit besteht auch auf politischer Führungsebene ein breiter Konsens über die Bedeutung der Maßnahme.
Gleichzeitig ist festzuhalten, dass die Realisierung eines Frauenhauses in Lippstadt ohne entsprechende Landesförderung nicht möglich sein wird. Darüber hinaus ist es sinnvoll, frühzeitig konzeptionelle und organisatorische Grundlagen zu schaffen, um im Falle einer Förderzusage eine zügige Umsetzung sicherstellen zu können. Dazu zählen insbesondere Fragen der Standortwahl, der Kapazitätsplanung sowie der Einbindung in bestehende Beratungs- und Hilfestrukturen im Kreis Soest. Angesichts der zunehmenden Gewalt gegen Frauen auch in unserer Region und der bestehenden Versorgungslücken ist die Schaffung eines Frauenhauses in Lippstadt ein notwendiger und dringlicher Schritt zur Verbesserung des Schutz- und Hilfesystems.